HORTON KRANKHEIT
Horton-Krankheit

Die Horton-Krankheit kann sowohl mit als auch ohne Bindestrich geschrieben werden (Horton Krankheit).

Die Horton Krankheit wird auch als Ar teriitis temporal is bezeichnet.

Bei der Horton Krankheit handelt es sich um eine En tzündung hpts. der Schläfenschlagader, häufig sind aber auch noch andere Äste der oberen Aorta (= die von der linken Herzhälfte abgehende Hauptschlagader als Stammgefäß des großen Kreislaufs) beteiligt. Betroffen können einzelne, mehrere oder alle Schichten der Arterienwand sein (End arter iitis, Mes arteri itis, Peri arteri itis oder Pan arteri itis).

Die Horton Krankheit tritt hauptsächlich im höheren Lebensalter auf. Frauen sind etwa 3-5fach häufiger betroffen als Männer. Bezüglich der Häufigkeit besteht interessanterweise ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. So erkranken in Dänemark ca. 12 mal mehr Einwohner als in Spanien.

Ursache ist die Riesenzel len-Arterii tis (R i esenzellen = besonders große Zellen mit mehreren, meist unförmigen und gelappten Kernen als Folge einer Zellteilungsstörung), die vorwiegend neben der Arteria (A.) temporal is (= Schlagader an der Sch läfe) auch die A. carotis externa (= äußere Halsschlagader) und die A. centralis retinae (= Schlagader im Auge) befallen kann.
Der anhaltend bohrende, in seiner Intensität wechselnde Kopfschmerz (hauptsächlich Schläfenschmerz), tritt meist im Rahmen eines allgemeinen Krankheitsgefühls auf. Häufig besteht auch ein Muskelschmerz und ein Gelenkschmerz.Die Schläfenarterie ist typischerweise druckempfindlich und verhärtet. Morgendliche Schmerzen beim Kauen können ein frühes Krankheitszeichen sein.
Ein Verdacht auf die Horton Krankheit besteht auch bei einer seit langem bestehenden Ermüdbarkeit mit Krankheitsgefühl, Anorexie (= Verlust des Nahrungstriebes, auch Appetitlosigkeit, Magersucht), erhöhte Körpertemperatur oder Fieber.
Bei Befall der Kaumuskulatur tritt die typische Claud icatio mast ica toria (= Kau muskelschwäche) auf.

Die Blutsenkung und das CRP (= C-reaktives Protein) sind regelmäßig stark erhöht.Der Nachweis der Krankheit erfolgt histologisch (= durch mikroskopische Gewebeuntersuchungen).

Schon der Verdacht auf eine Horton-Krankheit (Horton Krankheit) zwingt wegen der Gefahr der Erblindung (Befall der A. centralis retinae) zur sofortigen Kortisonbehandlung. Als Einstiegsdosis werden 100mg Prednisolon täglich empfohlen, jeweils nach 5 Tagen wird dann um 10 mg reduziert. Der therapeutische Fortschritt kann an der Blutsenkung am CRP-Wert ersehen werden.
Nach einer neueren Studie ist bei Horton-Krankheit eine Kombination mit Methotrexat der Monotherapie (= Behandlung mit einem Wirkstoff) mit Cortison überlegen. Unter der Kombination kam es seltener zu Rückfällen der Erkrankung und die Behandlungsdauer konnte wesentlich verkürzt werden. Bedeutsam ist auch, daß durch den Einsatz von Methotrexat die Cortison-Dosis reduziert werden konnte.

Manchmal verbleibt ein Schmerz trotz einer adäquaten Therapie der Horton-Krankheit, so daß dann die spezielle Schmerztherapie gefragt ist. Sehr hilfreich ist in diesen Fällen eine konsequente, zwei Mal tägliche (auch an Wochenenden) therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) über einen Zeitraum von 10-14 Tagen. Dabei werden die Schläfe mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) infiltriert und der zugehörige Nerv (Nervus auriculotemporal is) blockiert. Der N. auriculotemporal is ist ein Endast des N. mandibularis (= Unterkiefernerv) und dieser kann durch die Incisura mandibulae (= Einbuchtung zwischen Gelenk- u. Kronenfortsatz des Unterkiefers) hindurch erreicht werden.
Wiederholte Blockaden des Ganglion stellatum
(= vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum können ebenfalls sehr hilfreich sein, optimal kontinuierlich mit Katheter.
Der große Vorteil dieser Maßnahmen liegt darin, daß dadurch auch die Arterienwand deutlich besser durchblutet wird und eine gute Durchblutung wirkt jeder En
tzündung kausal (= ursächlich) entgegen.
Eine uralte medizinische Weisheit besagt, daß unter einer guten Durchblutung Entzündungen sicher abheilen.

Daß Lokalanästhetika auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie
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Nach einer Mitteilung der Ärztezeitung sind Patienten mit Horton Krankheit offenbar stark gefährdet, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu bekommen. Bei vielen Patienten ist die Horton-Krankheit an einer sichtbar verdickten und stellenweise verhärteten Schläfenarterie gut zu erkennen. (Quelle: http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/10/25/191a0103.asp?cat=/medizin)

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